Gründerzeit

 

Die Existenz des Gesangvereins "Edelweiß“ Bruchhausen begann mit dem 23.Juli 1899, dem Tag, an dem 41 Sänger durch Unterschrift ihren Willen bekundeten, einen Gesangverein zu gründen, der gemäß Protokollbuch "unter der Direktion des Herrn Lehrer Rausch gleich zu Stande kam“.

 

Als ersten Vorstand wählte die Versammlung Adolf Günth – die Chorleitung übernahm W. Rausch. Als vorläufige Eintrittsgebühr wurde der Betrag von 2 Mark festgelegt; als vorläufiger Monatsbeitrag waren 30 Pfennige zu entrichten. Welches Anliegen die Gründer mit der Bildung eines Männergesangvereines verfolgten lässt sich klar und eindeutig aus den ersten "Statuten“ entnehmen, die am 18. März 1900 endgültig durch Beschluss verab-schiedet wurden. Dort lässt sich nachlesen:

 

"Der Zweck des hiesigen Männerchors, der den Namen "Edelweiß“ führt, ist die Ausbildung und Veredelung des Gesanges, der Darbietung der Volkslieder sowie Einübung passender Lieder für das gesellschaftliche Leben“.

 

"Jede politische und religiöse Tendenz ist ausgeschlossen“.

 

Einsatzbereitschaft, Mut und Begeisterung an der Sache bestimmten das Wirken der Gründer und Sänger. Zwei, teilweise auch drei Singproben in der Woche sprechen eine deutliche Sprache. Bereits im Januar 1900 wagte es die Sängerschar, beim Preissingen in Ettlingen auch außerhalb der Gemeinde aufzutreten und somit den Kontakt mit den auswärtigen Chören und Vereinen aufzunehmen. Der unermüdliche Einsatz machte es möglich, dass der junge Verein bereits am 11. und 12. August 1901 bis 18 auswärtige Vereine zur Fahnenweihe in Bruchhausen begrüßen konnte. In Anwesenheit des Patenvereins "Frohsinn Ettlingenweier“ wurde das feierliche Sängergelöbnis gesprochen:

 

"In Freud und Leid zum Lied bereit“.

 

fahne

Schon früh entstand in den Köpfen der Verantwortlichen der Gedanke, neben der Hauptaufgabe, der Pflege des Liedgutes, Möglichkeiten zu finden, das Lied musikalisch zu umrahmen. Aus diesen Überlegungen resultierte die Entscheidung im Sommer 1908, dem Gesangsverein eine Musikkapelle anzuschließen. Schnell stieg die Zahl der aktiven Musiker an, so dass es zweckmäßig wurde, die beiden Gruppen zu trennen. So entstand am 22. Oktober 1911 der Musikverein Bruchhausen als selbständiger Verein.

 

Das mit großer Liebe und Aufopferung zur vollen Blüte erwachte Vereinsleben - mehrere Preise bei Wertungssingen gaben darüber Zeugnis - erfuhr mit Beginn des Weltkrieges 1914 einen harten Einschnitt. Für vier Jahre stand das Vereinsleben still. Die Reihen der Sänger zeigten sich nach Kriegsende stark gelichtet. Elf Mitglieder waren gefallen, fünf weitere gestorben und vier hatten den Weg in die Gefangenschaft antreten müssen.