Zwischen den Kriegen

 

Als der bis Kriegsausbruch amtierende 1. Vorsitzende Karl Speck am 17. April 1919 wieder zur Generalversammlung ins Vereinslokal "Zum Grünen Baum“ aufrief, folgten alle heimgekehrten Mitglieder und Sänger dieser Einladung. Mit neuem Mut und neuer Begeisterung besuchte man wieder die Singstunden und ließ das Vereinsleben erneut aufblühen. Diese ansteigende Tendenz zeigte sich bei der Teilnahme an Preissingen und den dabei erzielten Auszeichnungen.

  

 

Leider ließen es die Vereinsfinanzen nicht zu, das 25 – jährige Stiftungsfest im Jubiläumsjahr 1924 zu feiern. Schließlich gelang es im folgenden Jahr, am 25.Mai 1925 gebührend zu feiern. Mit bis zu 80 aktiven Sängern war der Chor in dieser Zeit auf eine stattliche Größe angewachsen. In den folgenden Jahren stellten sich immer wieder kleine Krisen ein, die es den Verantwortlichen nicht leicht machten. Letztlich half immer wieder die gute Sängerkameradschaft, die schwierige Situation zu meistern.

 

Der Zweite Weltkrieg warf schon seine Schatten voraus, als der Verein am 10.Juni1939 die Festtage zum 40 – jährigem Bestehen eröffnete. Viele befreundete Männergesangsvereine weilten zum Gratulieren in Bruchhausen. Auch schlechtes Wetter hielt die vielen Sangesfreunde und die Dorfbevölkerung nicht vom Feiern ab. Ein kleiner Auszug aus dem damaligenZeitungsbericht mag diese Stimmung wiedergeben:

 

"Rund um den Festplatz herrschte bis in die späte Nacht hinein ein richtiger kleiner Messebetrieb, Schiffschaukel und Karussell, Schießbuden, der Lukas, Stände mit Eis, Wurst und Bier boten reichlich Gelegenheit, sein Geld loszuwerden“.

 

Mit diesen Anmerkungen zum 40 – jährigen endeten für die folgenden sieben Jahre die Einträge im Protokollbuch. Zum zweiten Mal erschütterte ein gnadenloser Krieg die Welt und löschte gleichzeitig jeden Funken eines besinnlichen und frohen Vereinslebens, buchstäbliche alles kam vollständig zum Erliegen.

 

Doch auch dieser Krieg hatte den Lebenswillen des Vereins nicht brechen können. Am 25. Januar 1947 trafen sich die ehemaligen Vereinsmitglieder zur Neugründung im Gasthaus "Zum Hirsch“. Mit dem neuen Anlauf verband man die Hoffnung, dass nun endlich die Weiterentwicklung in einem dauerhaften Frieden vor sich gehen konnte. Unermüdlich Arbeit und "vortrefflicher“ Idealismus der Sänger und Sangesfreunde ließen den Wiederaufbau trotz großer Mühen gelingen. Schließlich war es möglich, 1949 das 50 – jährige Stiftungsfest zu feiern. Freude, Frohsinn und Optimismus beherrschten dieses Fest, das allen wieder neuen Mut gab, weiter der guten Sache und der Pflege des Liedgutes zu dienen.

 

50 jahre gve 1949

50-jähriges Stiftungsfest 1949

 

Eine besondere Freude war es, immerhin noch sieben lebende Gründungsmitglieder ehren zu können und ihnen für die geleistete Arbeit zu danken.